Taiji im Grüneburgpark

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Die drei Juwele - Der Text: "Die drei Juwele" aus dem Klassiker der daoistischen Alchimie, des "Cantong Qi", zur Herstellung des Elixiers der Unsterblichkeit.


Image Sören Aissen

Die drei Juwele:

(aus dem Cantong Qi - Text von Xu Congshi)



„Ohr, Auge und Mund sind die drei Juwele.
Verschließe sie, versperre sie, lass sie nicht offenstehen.
Die Wahrheit liegt in den tiefsten Tiefen des Menschen,
er streift umher in der ferne, und doch wahrt er
den Kompass in der Mitte.

Sehen und Hören sind beide krumm und gewunden,
und in ihrem Wirken vollkommen aufeinander bezogen.
Sie sind Achse und Narbe des Selbst,
und ihre Bewegung kommt nie zu einem Ende.

Verschließe Dich und wahre das Sehen im Inneren,
bediene Dich nicht deiner Ohren um zu hören.
Schließe den Mund für jedes Geschwätz,
seltene Worte dringen aus der Überfließenden Leere.

Diese Drei sind der Schlüssel:
Entspanne den Körper, weile in einem leeren Raum,
lass den Willen sein, kehre in die leere zurück,
und finde Beständigkeit jenseits der Gedanken.

Lass Anzeichen von Schwierigkeiten den Wandel beschleunigen
und ruhe im geeinten Geist, ohne Dich aufzulehnen:
Im Schlafen ist der Geist geborgen in Deinen Armen, beim
Erwachen halte die Mitte zwischen Bewahren und Vergessen.

Dein Gesicht wird durchfeuchtet und glänzend,
die Knochen und Sehnen finden zu ihrer alten Festigkeit zurück,
all die angehäuften Gifte scheidest Du aus und entwickelst
eine wahrhaft gesunde Stärke.

Widme Dich dieser Schulung ohne Unterlass,
und Energie bildet sich in Fülle wie Wolken und Schauer.
Überfließende Gefühle stellen sich ein wie ein Frühlingsregen.
Säfte tröpfeln wie schmelzendes Eis.

Sie durchströmen Dich von Kopf bis Fuß,
und schließlich steigen sie am Rücken nach oben.
Sie kommen und gehen und reichen ins Nichtsein
und sind kaum im Körper zu halten.

Umkehren heißt die Wahrheit des Weges kennen;
Schwäche kennen heißt die Macht in der Hand haben.
Rotte all die Unreinheiten aus, wirf sie weit weg, und dank Deiner Umsicht erlangst Du klare Harmonie.
Dann zeigt sich der Pfad im Schlamm,
und in der Dunkelheit schließlich leuchtet ein Licht.

Nach und nach entfaltet sich die gelbe Mitte,
ihr leuchten nährt Muskeln und Haut.
Beginne korrekt, und am ende bist Du geheilt,
der Stamm ist errichtet, die äste finden Halt.
Das Eine selbst ist umhüllt und abgeschirmt;
die Menschen dieser Welt haben nie verstanden.

Blicke nach innen auf Dein Herz,
blicke nach außen auf Deinen Körper.
Betrachte Sie aus der Ferne, und sie erscheinen leer.
Leer ohne leer zu sein, das bedeutet Leer sein aber nicht Nichts sein.
Ein Nichts, das auch ein Nichts ist, ohne aber wirklich nichts zu sein,
dem fehlt nichts, denn es gibt in Wirklichkeit nichts!“

Infos über das Cantong Qi auf Wikipedia (engl.)